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Führungskraft – Förderer oder Macher?

In Kürze

Mitarbeiter möchten einerseits gerne eigenverantwortlich, kreativ und möglichst frei arbeiten. Andererseits erwarten sie aber auch Orientierung und möchten gefördert und motiviert werden.

Als Förderer sehen Sie Ihre Hauptaufgabe darin, jeden Mitarbeiter entsprechend seiner Potentiale einzusetzen, zu fördern und stets weiter zu entwickeln. Sie sind grundsätzlich dafür zuständig, Mitarbeiter in die Teams einzubinden.

Als Macher sorgen Sie als starke Führungspersönlichkeit dafür, dass alles „Notwendige“ getan wird. Sie schaffen Rahmenbedingungen bei denen Ihre Mitarbeiter ihr Bestes geben können.

Förderer und Macher stehen dabei nicht im Widerspruch, sondern erst die Kombination beider ergibt eine gute Führungskraft. Es gilt eine gute Balance herzustellen.

Was zeichnet eine gute Führungskraft aus?

Neben den vielen Fähigkeiten, welche gute Führungskräfte auszeichnen, werden diese oftmals auch nur in Förderer oder Macher unterteilt. Aber was bedeutet es, ein Förderer oder ein Macher zu sein und worin genau liegt hier der Unterschied? Zunächst erscheint es mir wichtig, die sogenannten Macher nicht nur darauf zu reduzieren, dass sie immer alles selbst erledigen möchten und meist alleine in Erscheinung treten. Wenn es um das Thema Führungsstärke geht, sehe ich den Begriff des Machers vor allem in Verbindung mit Attributen wie Fleiß und Dynamik im Bezug auf die eigene Tätigkeit und Entscheidungskraft.

Während der Förderer mehr ausbildet, unterstützt sowie Begabungen erkennt und diese fördert, steht für ihn also mehr die Entwicklung seines Teams im Vordergrund. Somit glaube ich, dass eine gute Führungskraft sowohl über „Förder- und Macherqualitäten“ verfügen sollte.

Das bewirken Sie, wenn Sie mehr als Förderer handeln

Grundsätzlich denke ich, gehört es zu den Hauptaufgaben einer guten Führungskraft, die Entwicklung ihrer Mitarbeiter zu fördern und gleichzeitig zu fordern. Im Laufe der Jahre habe ich immer mehr lernen dürfen, dass Mitarbeiter auf diese Weise die größte Chance haben ihr eigens Potential in voller Gänze entfalten zu können. Wenn Führungskräfte hingegen selbst zu sehr als Macher in Erscheinung treten, nehmen diese ihren Mitarbeitern den Raum, selbst gestalterisch wirken zu können. Wenn Sie dann noch den Fehler begehen, ihre Mitarbeiter an den eigenen persönlichen Maßstäben zu messen, führt dies häufig zu Demotivation, weil ihnen ihre Mitarbeiter nie etwas wirklich recht machen können. Und warum sollten sich Mitarbeiter noch selbst den Kopf zerbrechen, wenn der Chef sowieso die Lösungen vorgibt.

Nehmen sich Führungskräfte aber die Zeit, ihre Mitarbeiter in Lösungsprozesse mit einzubeziehen, nutzen diese gleichzeitig deren Wissen und deren jahrelange Erfahrung. Die Mitarbeiter hingegen werden aufgefordert, eigenverantwortlich Lösungen zu entwickeln. Auf diese Weise wird eine Kultur des selbstständigen Denkens und Handelns im Team geprägt. Dies führt zu einem ständigen Entwicklungsprozess aller Beteiligten und schafft Ihnen als Führungskraft langfristig den nötigen Freiraum und somit die Zeit für Kreativität und Führung. Ihre Rolle besteht dann meist nur noch aus der des Moderators und des Coachs.

Eine gute Möglichkeit Ihre Mitarbeiter zu fördern besteht auch darin, dass Sie hin und wieder mal an der Basis erscheinen. Mit den richtigen Fragen zeigen Sie Interesse an den Problemen Ihrer Mitarbeiter und oftmals ergeben sich aus diesen Gesprächen gute Lösungsansätze. Denken Sie immer daran, nichts motiviert Menschen mehr, als eigenverantwortlich und sinnvoll tätig zu sein. Diese besondere Form der Aufmerksamkeit stärkt das Selbstwertgefühl, den Teamgeist und die Motivation aller Mitarbeiter.

Das bewirken Sie, als Macher

Da Ihre Vorbildfunktion sehr wichtig ist, sind Sie als Führungskraft in entscheidenden Situationen auch als Macher gefragt. Besonders dann, wenn es darum geht, eine bestimmte Haltung und wichtige Werte zu leben. Wie lebe ich als Chef Werte wie Selbstdisziplin, Leistungsbereitschaft, Motivation oder Zuverlässigkeit um nur einige zu nennen. Diese von Ihnen und Ihrem Team definierten Werte bestimmen im wahrsten Sinne des Wortes den Wert Ihrer Firma, und Ihrer Abteilung.

Das heißt nicht, dass Sie als Führungskraft in allen Bereichen alles bis ins kleinste Detail wissen müssen. Vielmehr sollten Sie in bestimmten Situationen oder bei bestimmten Problemen in der Lage sein, mit einem gewissen Expertenwissen und mit Ihrer Erfahrung die Führung zu übernehmen. Denn man erwartet von Ihnen für Lösungen zu sorgen und Entscheidungen herbeiführen zu können. Vielleicht sogar durchaus einmal selbst mit anzupacken und als gutes Beispiel voranzugehen. Gerade in schwierigen Zeiten erwarten sich Menschen von starken Führungspersönlichkeiten Orientierungspunkte.

Wenn es um das Thema Visionen und Ziele geht, das heißt die Richtung vorzugeben, sollten Sie soweit dies möglich ist durchaus Ihre Mitarbeiter in die Ziel- und Entscheidungsprozesse mit einbeziehen. So nutzen Sie sämtliches Wissen und fördern die gemeinsame Ausrichtung. Geht es aber darum, Termine zu setzen, Vereinbarungen zu treffen und einzuhalten oder Entscheidungen zu fällen, insbesondere bei unpopulären Entscheidungen sind Sie als Führungskraft gefragt. Hierbei ist es elementar, diese verständlich, motivierend, klar und verbindlich zu kommunizieren. Die Kunst wäre also, als Macher darauf zu achten, dass die Potentiale der Mitarbeiter im Sinne des großen Ganzen optimal eingesetzt und genutzt werden können wenn es darauf ankommt, Prozesse mit der eigenen Erfahrung zu unterstützen und erfolgreich abzuschließen.

Letztendlich entscheiden Sie

Letztendlich kommt es nämlich darauf an, wie Sie persönlich Ihre Rolle als Führungskraft definieren wollen. Meist ist es wie im wahren Leben, die richtige Mischung bringt den Erfolg. Dabei sind die Mitarbeiteranzahl, die Persönlichkeitsstruktur des Teams, Ihre Branche sowie Ihr Aufgabengebiet maßgebende Faktoren. Entscheiden Sie also selbst, nach welchen Vorstellungen Sie Ihr Team und Ihre Firma entwickeln möchten, welche Kultur Sie prägen wollen und in welchem Klima Sie, Ihre Mitarbeiter aber auch Ihre Kunden sich wohlfühlen dürfen. Letztendlich werden genau diese Aspekte über Ihren Erfolg entscheiden.

Folgende Fragen können dabei zur Orientierung dienen:

  • Welcher Mensch, welche Führungspersönlichkeit möchten Sie sein?
  • Welches Klima soll in Ihrem Team, in Ihrer Abteilung oder Firma herrschen?
  • Welche Beziehung wollen Sie zu Ihren Mitarbeitern pflegen?
  • Welche Werte sollen in Ihrem Team, in Ihrer Abteilung/Firma gelebt werden?
  • Wie soll Ihre Organisation heute, morgen und in fünf Jahren aussehen?

Ich hoffe Ihnen haben meine Gedanken und Anregungen zum Thema: „Führungskraft – Förderer oder Macher?“ gefallen. Sollten Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben oder weitere Informationen zu meiner Arbeit benötigen können Sie sich gerne vollkommen unverbindlich bei mir melden.

Viele Grüße
Ihr Bernd Klein

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